Warum Unternehmen ihre VMware-Umgebung überprüfen
Nach der Übernahme von VMware durch Broadcom wurden Lizenzmodelle und Produktpakete umgestellt. Viele Unternehmen stellen bei der nächsten Verlängerung fest, dass sich Kosten oder Vertragsbedingungen für ihre Umgebung deutlich verändert haben. Das ist ein legitimer Anlass, die Plattform zu überprüfen.
Eine Migration der Virtualisierung ist aber keine reine Kostenfrage. Auf der Umgebung laufen ERP, Fileserver, Datenbanken und Fachanwendungen. Ob ein Wechsel sinnvoll ist, hängt davon ab, welche Funktionen Sie tatsächlich nutzen und was die Hersteller Ihrer Software unterstützen.
Wann Proxmox eine gute Alternative ist
- Ihre Umgebung nutzt im Kern Virtualisierung, Live-Migration, Hochverfügbarkeit und gemeinsamen Storage.
- Sie wollen Storage und Compute zusammenführen (hyperkonvergent mit Ceph) oder vorhandene Hardware weiterverwenden.
- Sie möchten unabhängiger von einem einzelnen Hersteller werden und die Plattform selbst oder durch einen Dienstleister Ihrer Wahl betreiben können.
- Ihr Team ist bereit, mit Linux-basierter Verwaltung zu arbeiten – wir schulen bei der Übergabe.
Wann Proxmox nicht die richtige Wahl ist
- Ein Hersteller Ihrer Fachsoftware unterstützt ausschließlich VMware und Sie wollen auf diesen Support nicht verzichten.
- Sie nutzen tiefgreifend VMware-spezifische Produkte (z. B. NSX oder vSAN-Funktionen ohne gleichwertigen Ersatz).
- Sie suchen einen Ersatz für VMware Horizon (virtuelle Desktops).
- Es soll nur kopiert werden, ohne die Umgebung zu bereinigen – dafür sind wir nicht der richtige Partner.
Das klären wir in der Bewertung, bevor irgendetwas migriert wird.
Risiken, die wir vorher offen ansprechen
Eine Migration ist nie risikofrei. Diese Punkte prüfen wir für jede Umgebung, bevor wir einen Zeitplan zusagen:
- Ausfallzeit: Jedes System braucht ein Umschaltfenster. Wie lang es wird, zeigt die Testmigration.
- Treiber und ältere Betriebssysteme: Gastsysteme brauchen passende Treiber; sehr alte Systeme lassen sich nicht immer sauber umziehen.
- Lizenzen und Schnittstellen: Manche Fachsoftware ist an Hardwaremerkmale oder den Hypervisor gebunden und muss neu lizenziert werden.
- Storage-Leistung: Ceph braucht ein schnelles, getrenntes Netz. Auf ungeeigneter Hardware wird es langsamer als vorher.
- Sicherungen während der Umstellung: Bis zur Abnahme laufen die alten Sicherungen weiter, damit es keine Lücke gibt.
- Herstellersupport: Ob Ihre Softwarehersteller Proxmox unterstützen, klären wir vorab schriftlich.
Für jedes System halten wir im Runbook fest, welche dieser Punkte zutreffen und wie wir damit umgehen.
Unser Migrationsprozess
- Bestandsaufnahme – Hosts, VMs, Storage, Netze, Abhängigkeiten und Lizenzen.
- Zielarchitektur – Proxmox-Cluster mit Ceph, Netz- und Storage-Konzept, Dimensionierung.
- Testmigration – an ausgewählten, unkritischen Systemen.
- Runbook pro VM – Vorgehen, Prüfpunkte und Rückfallplan für jedes System.
- Netz und Storage – VLANs, Firewall und Storage-Anbindung neu aufbauen.
- Migrationswellen – produktive Systeme in abgestimmten Wellen, Abnahme je System.
- Als Code beschreiben – die neue Umgebung in Terraform und Ansible abbilden.
- Dokumentation und Sicherung – Inventar in NetBox, Backup mit Kopie außer Haus.
- Übergabe oder Betrieb – an Ihr Team, an uns oder an einen anderen Dienstleister.
Zielarchitektur
Proxmox VE verwaltet die virtuellen Maschinen, Ceph stellt den Storage verteilt über mehrere Server bereit. Bei entsprechender Replikation bleiben die Daten verfügbar, wenn ein Server ausfällt, und VMs können auf anderen Nodes neu starten. Cluster- und Storage-Verkehr trennen wir über eigene Netze. Ob Ihre vorhandene Hardware für Ceph geeignet ist, prüfen wir in der Bestandsaufnahme. Wann sich Ceph lohnt und wann nicht, beschreiben wir im Beitrag Proxmox mit Ceph – wann es sich lohnt.
Testmigration
Bevor ein produktives System umzieht, migrieren wir ausgewählte Systeme probeweise. So sehen wir an Ihrer Umgebung, wie lange ein Umzug dauert, welche Treiber und Anpassungen nötig sind und wo Stolpersteine liegen.
Migrationswellen
Produktive Systeme ziehen in Wellen um, meist außerhalb Ihrer Geschäftszeiten. Pro System gibt es ein kurzes, geplantes Umschaltfenster. Jedes System hat einen Rückfallplan: Bis zur Abnahme bleibt die alte VM verfügbar.
Als Code beschrieben
Nach der Migration beschreiben wir die neue Umgebung in Terraform (virtuelle Maschinen und Ressourcen) und Ansible (Konfiguration von Betriebssystemen und Diensten). Spätere Änderungen laufen über Git und sind nachvollziehbar. Mehr zu Infrastructure as Code.
Dokumentation
Inventar, IP-Adressen und Netzaufbau übernehmen wir in NetBox – direkt aus dem Proxmox-Cluster, den Switches und der Firewall. Zweck und Verantwortliche einzelner Systeme pflegen wir mit Ihnen gemeinsam.
Backup und Wiederanlauf
Die neue Umgebung sichern wir mit Proxmox Backup Server und einer verschlüsselten Kopie außer Haus. Für die wichtigsten Systeme legen wir die Wiederanlauf-Reihenfolge in einem Runbook fest. Mehr zu Backup & Wiederherstellung.
Betriebsoptionen
- Ihr Team betreibt – mit Code, Dokumentation und Übergabe-Workshop.
- Wir betreiben – Monitoring, Updates und Betreuung nach Vereinbarung.
- In unserem Rechenzentrum – statt auf eigener Hardware, als Managed Private Cloud.
Aus der Praxis
Für ein Einkaufszentrum in Bayern haben wir VMware durch einen Proxmox-Cluster mit fünf Nodes und Ceph ersetzt. Anschließend haben wir die gesamte Umgebung als Code abgebildet, mit NetBox als Inventar und einem Runbook für den Wiederaufbau auf neuer Hardware.
Ergebnis
- Keine VMware-Lizenzbindung mehr
- Eine Plattform, deren Aufbau im Git nachvollziehbar ist
- Inventar und Netzplan aus der laufenden Umgebung
- Sicherungen mit Kopie außer Haus und festgelegte Wiederanlauf-Reihenfolge
- Freie Wahl, wer die Umgebung künftig betreibt
Leistungsumfang
- Bestandsaufnahme der VMware-Umgebung
- Zielarchitektur und Dimensionierung
- Aufbau des Proxmox-Clusters mit Ceph
- Testmigration und Runbook pro VM
- Netz- und Firewall-Umbau
- Produktivmigration in Wellen mit Abnahme
- Abbildung in Terraform und Ansible
- Inventar in NetBox
- Backup mit Offsite-Kopie
- Übergabe-Workshop
Technischer Einblick
Plattform. Proxmox VE mit Ceph als hyperkonvergentem Storage. Corosync mit getrennten Links für Cluster- und Storage-Verkehr. Diese Konfiguration verwalten wir auch in unseren eigenen Clustern per Ansible.
Migration. Import der VM-Disks je nach Ausgangslage. Für Windows-Gäste stellen wir Treiber (VirtIO) um und automatisieren Nacharbeiten nach dem Umzug.
Netz. VLAN-Konzept, Bonds/LACP, Firewall auf OPNsense, auf Wunsch als HA-Paar.
Code. Terraform mit dem bpg/proxmox-Provider und Cloud-Init-Templates, Ansible-Rollen pro Dienst, Zugangsdaten verschlüsselt in Ansible Vault.
Dokumentation. NetBox, befüllt aus Proxmox (VMs, IPs, Ressourcen), LLDP der Switches und der Firewall-Konfiguration.
Sicherung. Proxmox Backup Server mit Client-Verschlüsselung, Offsite-Kopie per Sync.
Warum cloudbase.run
- Erfahrung seit 2015 – VMware-Ablösungen auf Proxmox mit Ceph von der Arztpraxis über den Handwerksbetrieb bis zur Forschungseinrichtung.
- Eigener Betrieb – Wir betreiben selbst Proxmox-Cluster mit Ceph in Karlsruhe.
- Runbook statt Bauchgefühl – Jedes System hat Vorgehen und Rückfallplan.
- Nicht nur umgezogen – Die neue Umgebung liegt als Code und Dokumentation vor und gehört Ihnen.
Für wen geeignet
- Unternehmen mit VMware vSphere/ESXi und anstehender Verlängerung
- Umgebungen, die nach der Migration dokumentiert und unabhängig sein sollen
- IT-Teams, die künftig selbst mit der Plattform arbeiten wollen – oder sie abgeben möchten
Für wen nicht geeignet
- Umgebungen mit zwingender VMware-Zertifizierung von Fachsoftware
- Wer eine 1:1-Kopie ohne Bereinigung möchte
- Reine VDI-Umgebungen (VMware Horizon), solange kein Ersatz im Angebot ist
